Mit Beiträgen von David Grossman, Edgar Keret, Ayelet Gundar-Goshen, Fania Oz-Salzberger, und Eva Illouz u.a.
Dieses Jahr bietet der Almanach eine Reflexion über den 7. Oktober 2023, bekannt als "Schwarzer Schabbat", der für Israel einen bedeutenden Wendepunkt markierte. Dieser Tag wurde durch den massiven Angriff der Hamas geprägt, der brutale Morde, Geiselnahmen und einen langwierigen Krieg zur Folge hatte. Dieses Ereignis hat die Nation zutiefst traumatisiert und die Zeit in ein "Davor" und "Danach" geteilt. Der Jüdische Almanach bemüht sich, diese fortlaufenden Ereignisse durch vielfältige persönliche Geschichten, Berichte und Reflexionen israelischer Autoren und Autorinnen zu spiegeln.
Amir Tibon erzählt davon, wie er und seine Familie sich während des Angriffs zehn Stunden lang in einem Schutzraum versteckten. Gershon Baskin, ein Friedensaktivist, beschreibt seinen Versuch, eine Kommunikation mit der Hamas bezüglich der Geiseln herzustellen. Der Almanach enthält auch Texte über die Solidarität, die sich nach dem Angriff in der israelischen Gesellschaft entwickelte. David Grossman hinterfragt die Zukunft der israelischen Gesellschaft nach dem Krieg und denkt über die Herausforderungen nach, die das Leben in ständiger Gefahr mit sich bringt, und darüber, ob Frieden jemals möglich sein wird. Navit Inbar beschreibt die Verwandlung der Straßen Tel Avivs durch Kunstwerke, die Trauer und Protest ausdrücken. Eine Sammlung von Fotografien begleitet die Texte.
Weitere Beiträge sind den Erfahrungen palästinensischer Israelis gewidmet, die ebenfalls betroffen, jedoch nicht vollständig Teil der nationalen Erzählung sind. Anna Smoliarova vergleicht Israels defensive Maßnahmen mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, während Fania Oz-Salzberger ihren Glauben an Zionismus als humanistisches Ideal bekräftigt. Eva Illouz diskutiert, wie schwierig es ist, gleichzeitig sowohl Antisemitismus als auch Islamophobie zu bekämpfen, und weist darauf hin, wie polarisiert das politische Umfeld geworden ist.
Der Almanach schließt mit Reflexionen über die Zukunft arabisch-jüdischer Beziehungen, der Notwendigkeit, das Leid des jeweils anderen anzuerkennen, und der Suche nach neuen Narrativen der Hoffnung und Einheit. Der Almanach behandelt Themen der Versöhnung und verweist auf den Beginn der deutsch-israelischen Beziehungen.



