Jüdisches Recht im kulturellen Prozess: Die Wahrnehmung der Halacha im Deutschland des 19. Jahrhunderts

Andreas Gotzmann

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Dieses ideologiegeschichtliche Werk befaßt sich mit dem Wandel der deutsch-jüdischen Kultur im Zeitalter der Emanzipation. Ausgehend von einem neuen Entwurf für eine Kulturgeschichte beschreibt Andreas Gotzmann die Veränderung der grundlegenden Struktur jüdischer Kultur, der Halacha. Die kultursemiotische Analyse öffentlicher Kontroversen und neuer religiöser Ideologien interessiert sich besonders für die prozessualen Aspekte des Verhältnisses der entwickelten Konzepte zu der Vorstellung eines zentralen und allumfassenden religiösen Rechts. Die Wahrnehmung sowie die allmähliche Umbewertung des Jüdischen Rechts als tragendes kulturelles System stellen sich trotz der deutlichen Veränderung der religiösen Kultur am Ende des 19. Jahrhunderts als ein konservativer Prozeß dar. Vom Ende des 18. Jahrhunderts an lassen sich verschiedene Stufen der Neubestimmung des religiokulturellen Systems erkennen. Obwohl sich die Reformseite deutlich von dem rechtlichen Konstrukt distanzierte, gelang es ihr nicht, ein davon unabhängiges neues Normsystem zu etablieren. Selbst radikale Entwürfe blieben der Vorlage im Sinne einer Systemtreue verbunden. Im Verlauf der öffentlichen Debatten und des allgemeinen Verbürgerlichungsprozesses lassen sich aufgrund des wachsenden Assimilationsdrucks von außen auch auf orthodoxer Seite vergleichbare Entwicklungen beobachten. Auch hier wurde im wesentlichen nur gelockert, ohne daß sich eine Renormativierung des halachischen Systems hätte durchsetzen können. Unter Einbeziehung der vehementen Veränderung der religiösen Praxis wurde das Jüdische Recht als kulturelles Normsystem im 19. Jahrhundert zwar deutlicher zurückgedrängt. Dennoch blieb es weit über das eigentliche Konzept eines religiösen Rechts hinaus als ein zentraler Faktor jüdischer Kultur erhalten.

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